Schulhund

Das Konzept der hundegestützten Pädagogik an der Grundschule Beiertheim

Unser Schulhund Brownie

Unsere Hundegestützte Pädagogik wurde 2016 mit einem Preis des LandeswettbewerbsTierschutz ausgezeichnet: Schulhund-AG erhält Preis beim Landeswettbewerb Tierschutz 2016!!

Seit November 2011 hat die Grundschule Beiertheim einen Schulhund.

„Brownie“ ist ein kastrierter, reinrassiger Australian Shepherd-Rüde.

Er wohnt bei der ehemaligen Rektorin der Schule, Frau Berger  und ist an drei Tagen in der Woche an der Schule.

Brownie eignet sich aufgrund seiner Erziehung,  seines Gehorsams und seines Wesens als Schulhund. Er ist  sehr kinderlieb, einfühlsam und geduldig.

Warum ein Schulhund?

Es gibt mittlerweile seit über zehn Jahren Hundegestützte Pädagogik an schulischen Einrichtungen, denn wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt,  dass der Hund die psychische Stabilität und das Selbstwertgefühl der Schüler*innen fördert.
Die Schulangst wird verringert und die Kommunikationsfähigkeit auf vielfältige Weise gefördert.
Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme und soziale Kompetenz werden durch die Hunde in der Klasse aufgebaut. Zum Thema Hundegestützte Pädagogik an der unserer Schule hat Nadine Fischer ihre Abschlussarbeit an der PH Karlsruhe geschrieben und uns diese Zusammenfassung zur Verfügung gestellt. Zusammenfassung Abschlussarbeit Nadine Fischer

Während der sechs Jahre, die Brownie bei uns in der Grundschule Beiertheim das Schulleben bereichert, können wir das nur allzu gut betätigen. Deshalb sehen wir den Schulhund als einen wichtigen Aspekt bei der Umsetzung unseres Leitbilds.
Wir haben folgende Beobachtungen gemacht:

  • die Kinder entwickeln eine besondere Wahrnehmung für das Tier und seine besonderen Bedürfnisse
  • sie behandeln den Schulhund mit Vorsicht und Behutsamkeit
  • sie fragen um Erlaubnis, wenn sie den Hund streicheln wollen
  • sie wissen zwischenzeitlich um die Geräuschempfindlichkeit des Schulhundes und kontrollieren ihre Lautstärke mit größerer Bereitschaft und Einsicht
  • sie achten im Klassenraum darauf, dass keine Gegenstände auf dem Boden liegen (Bleistifte, Radiergummi…), die für den Schulhund als Kauspielzeug schädlich sein können
  • sie lernen, sich vor unerwünschter Annäherung des Schulhundes abzugrenzen, indem sie deutlich „Nein“ sagen und lernen, dass ihr Abgrenzungsverhalten auch Wirkung zeigt
  • die Kinder werden in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit und Empathiefähigkeit gefördert. Sie erfahren beim körperlichen Kontakt die Körpersprache des Hundes zu deuten. Wenn er sich beim Streicheln auf die Seite legt, ist das ein Zeichen, dass es ihm gefällt. Oder wenn er seine Augen dabei schließt.
  • Ängstliche Kinder, konnten bisher behutsam an den Schulhund herangeführt werden und ihre Ängste abbauen (Vertrauen entwickeln)
  • Kinder mit einer Tendenz zur Hyperaktivität und impulsgesteuertem Verhalten zeigen eine deutlich größere Bereitschaft zur Impulskontrolle und innerer Ruhe, wenn der Hund bei ihnen liegt
  • Kinder mit geringerem Selbstwertgefühl fühlen sich wertvoll, wenn der Hund sich aussucht, bei ihnen zu liegen oder den Kontakt zu ihnen aufnimmt und sich von ihnen streicheln lässt
  • Kinder, die generell Schwierigkeiten haben, Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen, machen positive Erfahrungen,   wenn der Kontakt zum Schulhund entsteht
  • Dadurch, dass der Hund keinerlei Erwartungen an die Menschen stellt, dass er nicht nachtragend ist und auch bei einem deutlichen „Nein“ nicht „beleidigt“ oder böse reagiert, wirkt sich die Beziehung zum Hund allgemein positiv auf das Kind aus.
  • Die Kinder werden an das Thema Hygiene herangeführt, da sie stets nach dem Streicheln des Hundes angehalten sind, ihre Hände zu waschen.
  • Die Kinder, die den Schulhund im Klassenverband und im Unterricht haben, erleben Freude und Spaß an seiner Anwesenheit

Der Schulhund sollte nach Möglichkeit und aufgrund der positiven Einflussfaktoren in mehrere Klassen am Unterricht teilnehmen.

Brownie kann als Schulhund nicht überall dabei sein.

So darf er z.B. grundsätzlich nicht auf den Schulhof während der großen Pause.

Brownie darf keine Geschäfte auf dem Schulhof oder dem Schulgelände verrichten.

Brownie geht nicht mit in die Klassen, wenn viel gebastelt, geklebt oder gewerkelt wird. Papierschnipsel, die auf den Boden fallen oder Wollefäden regen ihn sehr zum Spielen an, was den Kindern dann keine Freude bereitet.

Wenn im Klassenzimmer die Vesperpause stattfindet und alle Kinder am Essen und Trinken sind, darf Brownie entweder nicht dabei sein oder wird im Klassenraum von den Kindern entfernt angeleint.

Auch im Sportunterricht ist Brownie nie dabei. Denn die lauten Geräusche und die vielen sich heftig bewegenden Kinder würden ihn sehr in Stress versetzen. Und außerdem wäre er den Kindern, die sich frei bewegen wollen, nur im Weg.

Es kann auch vorkommen, dass es Brownie während des Unterrichts zu viel wird, weil es lebhafter wird oder die Kinder lauter sind, was ja manchmal durchaus vorkommt.  Die Lehrer oder unser FSJ-Leistender können abschätzen und erkennen, wenn Brownie sich nicht mehr wohlfühlt. Dann wird Brownie einfach ins Lehrerzimmer gebracht, wo er seine Ruhe hat und sich erholen kann.

Regeln für den Umgang mit Brownie

Zu Brownie’s „Einschulungstag“ im November 2011 wurde eine Schülerversammlung gehalten, in der nicht nur Brownie vorgestellt wurde, sondern auch die Hunderegeln.
Die Hunderegeln sind wichtig, damit die Sicherheit der Kinder und von Brownie gewährleistet sind.

Die Hunderegeln hängen auch im Eingangsbereich der Grundschule sowie in beiden Stockwerken aus.

Weitere geplante Projekte mit dem Schulhund

 

  • Hunde-AG für Kinder der 3. Jahrgangsstufen

Kinder, die sich für Hunde sehr interessieren und mehr über ihr Wesen, ihre Gelehrigkeit und ihr (Spiel-)Verhalten lernen möchten, wären hier besonders angesprochen. Eine Hunde-AG könnte z.B. in den Wochen nach den Pfingstferien oder generell im Frühjahr stattfinden, wenn man mit Brownie in einem eigens dafür abgesteckten Bereich des Schulhofs trainieren könnte

  • Hundedienste

Kinder der 4. Jahrgangsstufe dürfen z.B. im wochenweisen Wechsel in Tandems für die Versorgung von Brownie Verantwortung übernehmen. (z.B. das tägliche Bereitstellen von frischem Wasser an einem festen Platz und das Auslegen des Ruheplatzes im Klassenraum mit der Hundedecke)

Sowohl die Hunde-AG als auch die Übernahme von Hundediensten setzen voraus, dass Brownie noch etwas älter wird und er die Begleithundeprüfung besteht.

Gesundheitliche und rechtliche Fragen:

Ein gesunder Schulhund erhöht nachweislich das Gesundheitsrisiko für die Kinder nicht. Deshalb wird Brownie regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt wegen notwendiger Impfungen, einer regelmäßigen Wurmkur oder der Prophylaxe gegen Parasiten.

Außerdem ist Brownie haftpflichtversichert.

Wenn Kinder tierallergische Reaktionen zeigen, sollen sie den körperlichen Kontakt zum Schulhund meiden (nicht streicheln). Tatsache ist, dass tierallergische Reaktionen durch „Tierhaare, Speichelbestandteile, Hautschuppen oder Urinbestandteile ausgelöst werden“ können, aber diese werden wesentlich häufiger von Nagetieren und Katzen ausgelöst als von Hunden.

Eltern, die diesbezüglich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder haben, sollen sich vertrauensvoll an Frau Fitz wenden.

Begleithundeprüfung

Am 20. Juli 2014 haben Frau Berger und Brownie die Begleithundeprüfung beim Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. in Karlsruhe mit Erfolg abgelegt. Die Prüfung besteht aus verschiedenen Teilen: einer theoretischen Prüfung (Sachkundeüberprüfung), dem Laufparcours, bei dem Hund und HundeführerIn sich nicht nur als eingespieltes Team zeigen, sondern der Hund auch seinen Gehorsam und die Fähigkeit, verschiedene Befehle auszuführen, unter Beweis stellt. Schließlich wird der Hund verschiedenen Umweltreizen (Begegnung mit Joggern, Fahrradfahrern, Anleinen ohne Sichtkontakt zum Hundeführer, eng in einer kleinen Menschengruppe durchlaufen sowie das Aufschlagen eines Gegenstandes auf dem Boden in direkter Nähe zum Hund) ausgesetzt, bei denen er zeigt, dass er fremden Menschen und Hunden gegenüber neutral bleibt, nicht aggressiv wird und im Verkehr unauffällig bleibt. Ausschlaggebend für das Bestehen der gesamten Prüfung ist das Bestehen der Sachkundeprüfung, was die Voraussetzung zur Teilnahme am Laufparcours ist. Das Bestehen des Laufparcours ist wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an dem Prüfungsteil zur Überprüfung des Wesens und der Verkehrstüchtigkeit.

Frau Berger und Brownie sagen an dieser Stelle ihrer Trainerin, Frau Annalena Harrer, ein ganz herzliches Dankeschön. Frau Harrer arbeitet an der Grundschule Beiertheim seit mehreren Jahren als Schulbegleiterin eines Kindes. Doch ihr anderer Beruf ist „Hundetrainerin“, für den sie sich vor vielen Jahren bereits qualifiziert hat. Frau Harrer hat Frau Berger und Brownie ein Jahr lang erfolgreich trainiert und auf die Prüfung vorbereitet.

Nun ist Brownie endlich auch ein geprüfter Begleithund und hat heute bescheinigt bekommen, dass er sich als Schulhund sehr gut eignet.

Brownie und Fr. Berger bestehen Begleithundeprüfung